SWIPE des Monats September

Was ist eigentlich e-Sport?

Die Frage, ob e-Sport wirklich Sport ist oder nur ein meist jugendlicher Zeitvertreib, der nicht im Entferntesten etwas mit Sport zu tun hat, bleibt weiter ungeklärt. Auch wenn man sich mittlerweile darauf verständig hat, beides nicht ständig miteinander zu vergleichen, sondern dass beides seine Berechtigung hat, schwelt doch weiter der unterschwellige Vorwurf, dass das Daddeln an der Konsole oder am Handy kein bisschen mit den Leistungen von Sportler*innen zu tun hat, die mit Höchstgeschwindigkeit auf einer Tartanbahn sprinten oder 90 Minuten einem Fußball hinterherlaufen. Der Einwurf der e-Sport-Fans, Schach wäre doch auch ein anerkannter Sport, wird meist mit der Bemerkung abgespeist, dass jedes System mal einen Fehler macht, der jetzt leider nicht mehr zu beheben sei.

SWIPE des Monats Juli

Hotline

Nein, ich gehöre nicht zu den Digital Natives, sondern zur Gruppe der Digital Immigrants. Auf meinen Elternabenden zu „Aufwachsen mit Medien“ betone ich immer, dass ich erst ein Kind bekommen habe, und dann Jahre später das erste Handy. Aber dennoch denkt meine Verwandtschaft – die auch immer älter wird, ich bin der Jüngste von fünf Kindern –, dass ich mit dem Handy und dem Internet aufgewachsen bin und auf all ihre technischen Fragen eine Antwort hätte.

SWIPE des Monats Juni

Der Feind in meinem Badezimmer oder: wie der technische Fortschritt langjähriges Flunkern enttarnt

Harry-Potter-Fans wissen es: In Badezimmern und Toiletten trifft man mitunter auf seltsame, erschreckende oder höchstgefährliche Phänomene und Wesen. So war ich nach der Verfilmung des ersten Teils längere Zeit sehr vorsichtig beim Betreten der häuslichen Wellnessoase und schaute mich verstohlen um, ob nicht irgendwo ein überlebensgroßer Troll lauerte. Unauffällig ließ ich bei der Badrenovierung den neuen Spiegel so anbringen, dass ich bereits von der Tür aus alles vollständig überblicken konnte.

SWIPE des Monats Mai

Neugierige Eltern

Ab der Geburt gibt es für Kinder kaum Privatsphäre. Sobald sie geboren sind, werden sie mit dem Handy fotografiert und mit Hilfe verschiedener Internetdienste für Freund*innen und die Verwandtschaft sichtbar gemacht – nicht selten auf einem offenen Profil auch für die ganze Welt. Im Laufe des Aufwachsens werden der Welt weitere Bilder und private Geschichten von den Eltern präsentiert: lustige Urlaubsfotos, Videoaufnahmen von den ersten Gehversuchen und peinlichen Trotzanfällen, die schönsten Wortneuschöpfungen wie 'Delfofine', 'übergestern' oder 'zweimal zurückschlafen'.

SWIPE des Monats April

Ein paar ältere Herrschaften versuchen – unter Zuhilfenahme moderner Kommunikationsmittel und des ‚allen-antworten‘-Buttons – einen Termin für einen gemeinsamen lustigen Abend in einer ursprünglich irgendwie griechischen Kneipe zu vereinbaren...

01.04.2022

Ein paar ältere Herrschaften versuchen – unter Zuhilfenahme moderner Kommunikationsmittel und des ‚allen-antworten‘-Buttons – einen Termin für einen gemeinsamen lustigen Abend in einer ursprünglich irgendwie griechischen Kneipe zu vereinbaren...

SWIPE des Monats März

Ich bin begehrt oder: Auch digitale Trennungen sind kompliziert

01.03.2022

Ich bin kein Mensch, der sich in seinem Leben häufig getrennt hat. Zum Abzählen der Beziehungstrennungen reicht eine Hand locker aus – da sind aber auch schon die Liebschaften im Kindergarten mitgezählt. Das Land habe ich ebenfalls nicht gewechselt, sondern bin nur von Unterfranken nach Mittelfranken umgezogen und dann noch von Nürnberg nach Fürth. Auch meine beruflichen Beziehungen sind äußerst stabil. Seit über 35 Jahre arbeite ich jetzt schon für denselben Arbeitgeber.